Eine Woche AIDAstella im Mittelmeer – mein Fazit

Am Samstag sind wir wieder eingelaufen in unseren heimatlichen Hafen. Sieben Nächte haben wir auf dem Kreuzfahrtschiff „AIDAstella“ im Mittelmeer verbracht. Hier ist mein Fazit zu unserer Woche auf See.

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Gleich zu Beginn muss ich erwähnen, dass es unsere erste Kreuzfahrt war und wir im Grunde erst einmal testen mussten, ob uns diese Urlaubsart überhaupt gefällt. In meiner Jugend war ich zwar schon eine Woche auf einem kleinen Segelschiff (9 Mann) unterwegs, aber so richtig, war ich noch nicht auf Seetauglichkeit getestet und Eheschatz wusste es noch gar nicht. Hätten wir gleich eine zweiwöchige Karibik-Kreuzfahrt gemacht… und es gefällt nicht oder uns wäre dauerhaft übel… eher schlecht.

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Gestartet sind wir im Hafen von Palma de Mallorca, anschließend verbrachten wir einen Tag auf See und machten über Tag Halt in Villefranche sur Mer (Côte d’Azur). Da der Hafen zu klein für ein Kreuzfahrtschiff war, wurden wir mit Tenderbooten an Land geschippert. Ein paar Stunden verbrachten wir in einem wirklich süßen kleinen französischen Küstenstädtchen.

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Passend zum Abendessen und Blick auf die untergehende Sonne liefen wir aus und machten uns auf den Weg nach La Spezia. Wirklich sommerliches Wetter hatten wir nicht, jedoch konnte man sich an diesem Tag dann doch an einem windgeschützten Ecklein des Schiffs in die Sonne legen… und so blieben an Board und ließen die Seele baumeln.

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Weiter ging es nächtens nach Civitavecchia (auch als Roms Hafen bekannt). Nachdem die Massen an Menschen in die Pendelbusse zu ihren Ausflügen nach Rom (2 Stunden Busfahrt) verfrachtet wurden, sind wir gemütlich auch in die City der Hafenstadt gependelt, haben die Sonne (und den Wind) und lecker Pizza an der Promenade genossen.

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Am Abend machten wir uns auf den Weg nach Sardinien und der Hafen Olbia stand auf dem Plan. Leider hatten wir dermaßen Wind… eher Sturm, dass wir an Board geblieben sind. Mir war nur noch kalt und die Lust an einem Ausflug verflogen.

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Nun stand uns wieder ein Seetag in Richtung Heimathafen Palma de Mallorca bevor. Der Kapitän kommentierte das Wetter mit „wir haben jetzt doch etwas Wind“… das „Etwas“ war ganz schön heftig. Wir hätten nie gedacht, dass ein so großes Schiff derart schaukeln kann. Leider war auch bei der Überfahrt die Sonne etwas schüchtern.

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Mein Fazit unsere Kreuzfahrt:

Ich versuche jetzt einfach mal nüchtern und trocken die schönen und weniger schönen Seiten aufzuzählen. Es ist natürlich teils Nörgeln auf hohem Niveau und manche Probleme werden andere gar nicht sehen… aber dazu komme ich gleich.

Vorteile einer Kreuzfahrt: 

  • Du machst eine Rundreise und dein Hotel ist immer dabei. Nerviges Ein- und Auspacken entfällt.
  • Du hast immer den ultimativen Meerblick. Ich würde nur mit Außen- bzw. Balkonkabine buchen, das ist das Geld auf jeden Fall wert.
  • Es gab nicht eine Mücke während der ganzen Woche… und normalerweise stehen die Viecher total auf mich.
  • Verhungern wird niemand auf einem Kreuzfahrtschiff (wir hatten 6 Restaurants an Board).
  • Es wird sehr auf Hygiene geachtet. Überall stehen so Desinfektionssprüher herum…. ein ansteckender Infekt an Board wäre ein unlustige Geschichte.
  • Fast jeden Abend gibt es tolle Shows mit Profis (Artisten, Musical-Darstellern etc.)
  • Wer Party machen will findet immer ein Plätzchen und wer es ruhig will, kann sich entsprechen zurückziehen.

Nachteile einer Kreuzfahrt: 

  • Es sind immer unglaublich viele Menschen um dich herum (vor allem an Schiffstagen, da verteilt sich nichts auf Ausflüge – AIDAstelle ca. 3 000 Reisende = ein verhältnismäßig kleines Kreuzfahrtschiff. Auf der Norwegan Epic sind es über 5 000… das ist mal ein riesiger Brocken – siehe Foto im Hafen von Civitavecchia, dort siehst du von links nach rechts: Norwegian Epic – AIDAstella – Mein Schiff 3…und wir waren das kleinste Schiff)… So viele Mitreisende auf engstem Raum, das muss man mögen. Auch an Land kommt es dir vor, als wenn du teil eines Heuschrecken-Schwarms bist, der über eine Hafenstadt herfällt.
  • Reisende über 2,00 Meter Körpergröße werden im Schiff Probleme bekommen. Eheschatz musste sich immer bücken, die Nasszelle mit Dusche war…  nicht für einen großen Mann vorgesehen. Das ist auf die Dauer ein sehr beengendes Gefühl und anstrengend.
  • Wenn du einen Landgang auslässt, hast du keine Möglichkeit es später nachzuholen… das Schiff ist einfach schon auf dem Weg zu einem neuem Hafen.
  • Wenn du nicht ankerst, weil der Hafen zu klein ist, dann ist der Liegeplatz eines Kreuzfahrtschiffs immer im Industriegebiet des Hafens… inklusive des Lärms. Es ist zwar interessant die Containerschiffe zu beobachten, wie sie gelöscht werden… aber ruhig ist etwas anderes.
  • Wer nicht seefest ist (so wie ich… das wissen wir jetzt), kann sich zwar an der Rezeption eine Reisetablette holen, jedoch sind bei mir die Kreislauf- und Gleichgewichtsprobleme geblieben… An Seetagen saß ich immer in Fensternähe und haben mich auf die Wellen konzentriert. Wichtig ist, dass  man was isst. Ein voller Magen ist beschäftigt und kommt nicht auf dumme Gedanken. Schlafen war übrigens kein Problem… in den Schlaf geschuckelt, wie ein Baby.
  • Der folgende Punkt, kann sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil sein… je nachdem, was du im Urlaubt magst. Eine AIDA-Kreuzfahrt ist im Grunde ein Urlaub im Club-Hotel, mit allem, was dazu gehört: Kinderbetreuung, Animation, Sportprogramm, Wellness und Spa, Ausflüge, Party. Wer das sucht und mag, für den ist es perfekt… unseres ist’s leider nicht.

Eheschatz und ich haben mal wieder gemerkt, dass wir eher auf kleine Hotels (Boutique-Hotels, Finca-Hotel beispielsweise) oder so stehen. Für uns ist Luxus nicht, dass wir uns 24 Stunden in nem Buffet-Restaurant den Bauch vollschlagen, Party machen bis um 4 in der Früh und uns betrinken können… für uns ist Luxus: Ruhe… Qualität, statt Quantität beim Essen… wenig Leute um uns herum, wir können machen, was wir wollen und wann wir es wollen, ohne Ausflugsstress, keine Massenabfertigung…

Weiter Fotos und Erinnerungen zu unserer AIDA-Kreuzfahrt gibt es auf meinem Instagram-Account „joejoella“ zu sehen.

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3 Responses to “Eine Woche AIDAstella im Mittelmeer – mein Fazit”

  1. All die Gründe, die Du aufgezählt hast, im unteren Bereich, sind die wegen derer ich noch nie eine Kreuzfahrt in Erwägung gezogen habe.
    Die Bilder – auch die auf Insta – gefallen mir schon gut.
    LG Sunny

  2. Deine negativen Gründe Schrecken mich ein wenig. Aber trotzdem wär ich immer noch sehr neugierig auf so eine Schifffahrt. Denn generell liebe ich rumschippern. Vielleicht wird es irgendwann einmal klappen.
    Liebe Grüße Ela

  3. Da ich gerade erst auf deinen Blog gestoßen erklärt den späten Kommentar. Das war ja einmal ein ehrlicher Bericht. Ich versuche meine b essere Hälfte schon die ganze Zeit zu einer Kreuzfahrt zu überreden. Er sträubt sich mit Händen und Füßen. Scheinbar zu Recht wenn ich lese was du schreibst. So eine kleine Tour würde ich aber trotzdem gerne ausprobieren.
    LG Petra

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